Pfingsttour 2018

1. Vorbereitungstour

Am 05. Mai starteten wir (Leo, Fabi, Svenja, Bene, Christoph, Johannes, Hannah) um ca. 9:30 (mit Verspätung! Viele Grüße an den Teil der Gruppe, der aus Wolkersdorfern besteht) Richtung Altmühltal. Trotz diverser Navigationsfehler erreichten wir den Dohlenfels eine Stunde später. Da dieser Tag als eine Art Vorbereitungskurs für die Mehrseillängentour in den Alpen diente, starteten wir erst an einem kleinen Nebenfelsen (Asterix & Obelix) damit wir uns die Grundlagen für so eine Tour, wie beispielsweise den Standplatzbau, wiederholen und einprägen konnten. Nachdem dann jeder zähneknirschend auch einmal das Aufschießen eines Kletterseils und den Bau eines Seilrucksacks geübt hatte, konnten wir zum nächsten Felsen weitergehen.
Nach einer kurzen Mittagspause ging es dann in drei Seilschaften über den Südgrat (2 Sl, V+) auf den Dohlenfelsen. Trotz des schon ziemlich abgespeckten Felsens war die Kletterei ein echter Genuss und beim Tiefblick in die teils überhängende Westwand kam schon richtiges Alpinfeeling auf. Vom letzten Standplatz aus hat man einen schönen Blick über das Altmühltal und kann auch die Fußballspiele des direkt am Fuß des Felsen liegenden Sportvereins aus der Vogelperspektive mitverfolgen. Das Highlight des Tages war dann das Abseilen aus 60m Höhe. Als alle wieder festen Boden unter den Füßen hatten, beschlossen wir als Belohnung noch kurz in der Altmühl zum Baden zu gehen.
Nach dieser erfrischenden Abkühlung ging es leider schon wieder nach Hause.

 

2. Vorbereitungstour

Am 19. Mai stand das zweite Vorbereitungstreffen für die Pfingsttour an. Doch anstatt uns erst Samstag früh zu treffen, hatte Bene die Idee von Freitag auf Samstag in einer Höhle in der fränkischen zu biwakieren um dann am nächsten Tag direkt zum Klettern zu gehen. Gesagt, getan. Freitag Abend fuhren wir auf zwei Autos (ein frühes mit Christoph, Alex, Georg, Bene und ein spätes mit Leo, Fabi, Hannah, Svenja) verteilt zu der Höhle. Als die Spätankömmlinge eintrafen hörten sie schon das Zischen des Kochers und das Knistern des Feuers. Als das Essen (mal wieder Nudeln mit Pesto) fertig war, setzten wir uns entspannt ans Feuer, machten Stockbrot (auch wenn manch andere ihren Zwieback bevorzugte) und genossen die laue Sommerluft. Nachdem jeder gesättigt war, stiegen wir noch kurz auf das Dach der Höhle um den Sternenhimmel zu betrachten. Nachdem dort aber schon die ersten einschliefen, kletterten wir wieder zurück und krabbelten in unsere Schlafsäcke. Am nächsten Morgen wurden wir durch einen Anruf der beiden Nachzügler wach. Steffen und Johannes konnten aus zeitlichen Gründen noch nicht am Freitag mitfahren und so wurde ausgemacht, dass wir sie in Vorra abholen. Da die beiden schon bis zu den Zehenspitzen motiviert am Bahnhof standen, während wir noch in unseren Schlafsäcken lagen, machten sie sich zu Fuß auf den Weg zum Riffler während es jetzt für den Rest aufstehen und Sachen packen hieß. Als wir am Felsen ankamen, trafen wir auf die zwei Frühaufsteher und frühstückten zusammen Kuchen und  Leckereien vom Bäcker, welche wir kurzerhand noch unterwegs erbeutet hatten (nochmal ein großes Dankeschön an die edlen Spender). Dann ging es endlich ans klettern, wobei wir auch nochmal den Standplatzbau, das Abseilen und das Legen von Mobilen Sicherungsmitteln trainierten. Nach vielen Jubelschreien und Lachern, aber auch Flüchen und einem gerissenem T-Shirt hatten wir alle 3 Nadeln des Rifflers erklommen und genossen den schönen Blick über die fränkische Schweiz. Besonders im berühmten Vollrathriss musste der ein oder andere an die fränkische Klettererweisheit „Am Riffler, da fehl´n die Griffla“ denken. Am Ende des Tages traten wir uns zusammen mit vielen blauen Flecken und schönen Erlebnissen im Gepäck die Heimreise an.

 

Die Haupttour

Freitag den 08.06.18

Treffpunkt ist 15:00 Uhr in Limbach am Kreisverkehr. Wir starten allerdings mit etwas Verspätung mit Ludwigs grünem VW-Bus in Richtung Tannheimer Tal. Auf der Autobahn regnet es dann so stark, dass wir teilweise nur in Schrittgeschwindigkeit fahren können. Wir bangen schon um den bequemen Aufstieg zur Hütte und den trockenen Felsen. Als wir schließlich an Nesselwang vorbei nach Nesselwängle kommen nieselt es noch kurz schwach und wir steigen in 45 Minuten auf das privat geführte Gimpelhaus. Bei der tollen Aussicht und einer Stärkung lässt es sich aushalten. Anschließend beziehen wir unser sehr schönes 8er Matratzenlager und sortieren unser Kletterequipment für den nächsten Tag.

Samstag den 09.06.18

Wir frühstücken bereits um 6 Uhr und genießen die Ruhe bevor die vielen anderen Kletterer Ihr Hüttenfrühstück um 7 Uhr bekommen. Gestärkt starten wir als die Ersten in Richtung Hochwiesler. Alles ist trocken, da es hier kaum geregnet hatte. Nach einem Zustieg von nur 15 min steigen wir in die „Alte Südwand“ VI (eine kurze Stelle), 6 SL ein. Zuerst kommt die 3er Seilschaft aus Bebbo, Georg und Svenja, dann Leo und Hannah und schließlich Christoph und Johannes. Auch Dank der beiden Trainingstreffen am Dohlenfels und am Riffler läuft Alles rund und wir kommen gut voran.  In den beiden mit V+ bewerteten Seillängen der Ausstiegsvariante steilt sich der Fels nochmal auf und es geht teilweise etwas exponiert, aber dafür gut griffig dem Ausstieg entgegen. Nach einer kurzen Pause am Gipfel des Hochwiesler steht mit der Abseilpiste ein weiteres Schmankerl auf den Tagesplan. In der ersten Abseillänge geht es über einen großen Überhang fast 50m frei in der Luft hängend dem soliden Zwischenstand entgegen, wobei man nach weiteren 40m des gemütlichen abseilens wieder den Wandfuß erreicht. Dort angekommen gab es erstmal eine ordentliche Vesper und eine ausgiebige Mittagspause.  In 10 min steigen wir zur Hütte ab und genießen Germknödel und Kaiserschmarn auf der Sonnenterasse der Hütte. Das ab 14:00 Uhr angekündigte Gewitter kommt wohl doch nicht Im Anschluss steigen Leo und Johannes nochmal auf, um den Abstieg vom Gimpel (2173m) für den folgenden Klettertag zu erkunden. Der Tag endet mit einem guten Abendessen und den ab 22 Uhr beginnenden Herz-Jesu-Feuer. Auf vielen Gipfeln werden Lichter entzündet und auf den Bergwiesen aus Fackeln verschiedenste Motive gebildet. Sogar die Südwand der Rote Flüh wird mit Bengalos rot gefärbt. Nach diesem wunderschönen Spektakel horchen wir müde an unseren Kopfkissen.

Sonntag den 10.06.18

Heute heißt es ein letztes Mal für die sieben Bergvagabunden um 5:35 aufstehen getreu dem Motto: Der frühe Vogel fängt den Wurm. Leider sind wir nicht die ersten Vögel (eine Seilschaft vor uns), das ermöglicht uns aber noch einen keinen Abstecher auf die Rote Flüh, 2108m. Dann beginnt die traumhafte Kletterei über den Westgrad VI (III+ A0), 8Sl auf den Gimpel, 2173m. Die Gruppen bleiben gleich aber es kommen zuerst die Zweierseilschaften. An der Schlüsselstelle muss man kräftig anpacken. „Nur Mut Johann“ stellt sich als leicht überhängende Felswulst aus mauerglatten Gestein heraus. Durch einen geschickte platzierten Spreizer kann man seine Fiffi legen und die scheinbar unüberwindbare Stelle meistern. Auf dem Gipfel bemerkt dann Hannah, dass sie einen Klemmkeil in der vorletzten Seillänge vergessen hat. Also heißt es für Leo und Christoph abseilen und das verloren gegangene Kind einsammeln. Nach einer kurzen Vesper am Gipfel ziehen Regenwolken auf. Da wir den steinschlaggefährdeten und durch das Schrofengelände bei Nässe heiklen Abstieg (I) noch im Trockenen zu bewältigen wollen, machen wir uns an den Abstieg. Im Endeffekt hatten wir Glück und konnten komplett trockenen Fußes absteigen. Doch bevor es ins Tal geht muss jeder an der Hütte noch seine sieben Sachen in den Rucksack packen und sich noch ein letztes Mal stärken. Unten angekommen baden wir vor der Autofahrt noch in einer Viehtränke. Am Ende des Tages ist jeder erschöpft, platt und froh das am nächsten Tag wieder der Ernst des Lebens beginnt (<= Ironie). Wir sind alle heil und gesund in Schwabach angekommen. Zum Abschluss lässt sich sagen sau geile Tour und danke Bebbo, dass du das organisiert und durchgeführt hast. Leider konnte der Fabi nicht mit, weil er am Sonntag mit seinem TSV um den Aufstieg kämpfen musste, der ihnen dann auch gelungen ist.

Leiter: Bebbo R

Teilnehmer: Svenja G, Hannah B, Georg B, Leo K, Johannes P, Gigi R