Sommertour 2018

Treffpunkt Samstag, 01.September 2018, 9 Uhr: Anwesenheitskontrolle – naja; Materialcheck – joa; Stimmung – super -> also startklar!!! Nach anfänglicher Startverzögerung, kleinen Staus, aber mit guter Musik und besten Sandwiches (Danke an die Laufbandproduktion auf der Rückbank!) rockten wir dem Stubai-Tal entgegen. Fünf Stunden später erreichten wir den Mutterbergalm- Parkplatz und dann gings los: Zwei Stunden stiegen ein gelber, ein orangener, ein roter, ein grüner sowie zwei blaue und ein schwarzer Regenmantel durch den Nebel zur Dresdner Hütte auf. Glücklich und durchnässt eroberten wir hungrig Dresden! Mit einem guten Abendessen im Bauch und nach je einer Runde Schafkopf bzw. Wizard bezogen wir unser Lager.

Nach einer –sagen wir mal- bewegten Nacht, aber dafür einem umso mehr ausgiebigen Frühstück starteten wir am Sonntagmorgen zur Schaufelspitze (3333m). Tapfer trotzte die Regenbogenjacken-Crew der Witterung. Durch einen lahmen Anfang und steilem Finale, nebligen und schneestürmerischen Momenten bis hin zu Sonnenschein zum Schluss, felsdurchsetzten und schneebedeckten Passagen kämpften sich Groß und Klein gemeinschaftlich und mit ´ner Mordsgaudi auf den Gipfel und zurück zum leckeren Abendessen. Dieses fiel auf Wunsch der hungrigen Mäuler „etwas“ ergiebiger aus (so ca. die dreifache Portion).

Neuer Morgen, besseres Wetter, großes Frühstück: Top-Bedingungen für unsere heutige Etappe, die an der Sulzenauer Hütte vorbei zur Nürnberger Hütte führte. Laut unserem Jüngsten verlief unser Weg allerdings durch Österreich. Und fünfzig Meter später befanden wir uns in Polen – schließlich änderte sich die rot-weiß-rot-Markierung (Österreich) zu einer polnischen Flagge. Wir meisterten den wunderschönen, abwechslungsreichen Weg sowie die kleinen Klettersteigpassagen und peppten die Zeit mit Wanderstock-Weitwurf-Pausen auf. Ein lustiger Abend bei unseren niederländischen Freunden ging viel zu schnell zu Ende und wir schliefen in unserer „Nürnberger Heimat“ tief und fest.

Durch das „Rauh‘sche Rotlicht“ legte die Gruppe inklusive der Schweiz und Russland (unsere Mit-Schnarcher im Lager) einen Frühstart hin (5:30 Uhr!!!!!) Ein paar Minuten später mussten wir sogar kurz aufs Frühstück warten (die Uhrzeit entschuldigt‘s ;-) ) Doch es gelang uns tatsächlich die Hütte vor 7 Uhr zu verlassen. Dadurch entsprach die Gipfelschoki auf der Gamsspitze (3052m) vor 10 Uhr dem zweiten Frühstück. Jedoch befanden wir uns dort auch gleichzeitig in Japan – mit Blick auf die italienische Grenze. Tja, das kann auch nicht jeder. ;-) Zurück auf der Hütte, verbrachten wir einen entspannten Nachmittag mit schöner Aussicht übers Tal, Zeitschriften, guten Unterhaltungen oder aber auch mancher Student mit mathematischen Problemen.

Am nächsten Tag brachen wir auf mit dem Ziel übers Simmingjöchl zur Bremer Hütte zu laufen. Ein kleiner Teil machte vom Joch aus einen Abstecher zum Aperen Feuerstein, der andere Teil vergnügte sich beim Stärzeln am Joch. Zum Abendessen wurden wir mit einem „sau leckeren“ drei-Gänge- Menü verwöhnt (diese Auszeichnung vergibt die Gruppe nur, wenn es Nachschlag gibt; also ist diese Hütte doppelt weiter zu empfehlen!) Inklusive einem Trip nach England (ein netter Engländer aus Cambridge saß neben uns) quatschen und lachten wir bis das Sandmännchen rief.

Donnerstag, 6.September. Heute starteten wir mit einem überpünktlichen Aufstehen gegen 6Uhr (Manche behaupten man gewöhnt sich an die Zeiten?!?). Von der lieben Hüttenwirtin mit Marschtee versorgt und mit einem super leckeren Frühstück auf den Tag vorbereitet, gings los: die Königsetappe. Angegebene Gehzeit sieben Stunden, 800 hm hoch und 850hm hinunter, verteilt auf 9,5 km; vorbei am Lautersee, dem Trauljöchl und der Traulgrube, an der Wasserwand entlang zur Pramerspitze (25111m) und dann zur Innsbrucker Hütte(2369m). In grandiosen 6,5 Stunden, (inklusive Pausen!!) meisterte der Gesangsverein den abwechslungsreichen Weg mit Klettersteigen, Geröllfeldern und Bachbettdurchquerungen bei bester Laune. Selbstverständlich durchliefen wir heute nicht nur unsere Nachbarländer, sondern auch die Savanne. Diesmal aufgrund eines angeblich gesichteten Nashorns. Dieses entpuppte sich später enttäuschender Weise doch nur als Ziege. Mit einem kunterbunten, lustigen Abend (Wizard, Witzerunden und Mogeln) rundeten wir den schönen Tag in Italien ab (schließlich sind die Stützen der Materialseilbahn der Innsbrucker Hütte in grün, weiß, rot lackiert!).

Leider mussten wir unsere Sommerwoche 2018 aufgrund der Wetterlage einen Tag früher beenden und stiegen deshalb am Freitag, den 07.September ins Tal ab. Dadurch waren die Müsliriegelvorräte noch nicht ganz leer und konnten nun genussvoll aufgefuttert werden, während Georg das Auto holte. Kurz drauf saß die Regenbogenjacken-Crew vollzählig, gesund und mehr oder weniger munter im Auto. Dann gings zurück in Richtung Frankenland. Wir drehten die Musik laut auf, umfuhren Autobahnsperrungen, starteten die Sandwichproduktion und erreichten Schwabach gegen 17Uhr.

So gelang es der Regenbogenjacken-Crew sogar in sieben Tagen um die Welt zu laufen.

An dieser Stelle ein Dank an alle Planer und Verantwortlichen. V.a. aber auch Ludwig Berger, der uns den Bus zur Verfügung stellte! Selbstverständlich auch an alle Teilnehmer: Es war richtig cool mit euch! Ich freue mich schon auf unseren nächsten Trip um die Welt! Allerdings führt der erstmal in unsere Schwabacher Kletterhalle. Aber das ist auch ok, denn wie Christoph erklärte: „Franken ist die ganze Welt!“

Carina Schaffitzel